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Mangelhafte Ärzteversorgung schränkt Selbstbestimmungsrecht von Frauen ein

21. 10. 2020

„Ca. 50 Kilometer fährt eine Frau aus dem Landkreis Nienburg im Moment, bis sie eine qualifizierte medizinische Einrichtung für einen Schwangerschaftsabbruch erreicht“, berichtet die Diplom-Sozialarbeiterin des AWO-Kreisverbands Nienburg, Viola Ratajczak. Im Landkreis Nienburg sei ein solcher Eingriff demnach momentan nicht möglich, da die Helioskliniken Mittelweser aufgrund von Personalmangel keine Termine für Schwangerschaftsabbrüche bereithielten. War es bisher möglich, betroffenen Frauen einen Termin in Neustadt zu vermitteln, so sei auch dieser Weg zur Sackgasse geworden: „Das Krankenhaus in Neustadt beschäftigt derzeit keine Ärztinnen oder Ärzte, die für einen operativen Abbruch zur Verfügung stehen“, berichtet Ratajczak aus ihrer Arbeit.
Insgesamt verzeichnen die Schwangerenberatungsstellen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Bezirksverband Hannover eine zunehmende Verschlechterung bei der medizinischen Versorgung von Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen wollen.
Celsy Dehnert, für frauenpolitische Fragen zuständige Beisitzerin im Vorstand des AWO-Kreisverbands Nienburg, zeigt sich besorgt: „Betroffene Frauen werden durch diese unsichere Situation zusätzlich enorm belastet. Ihr Recht auf Selbstbestimmung wird dadurch erheblich verletzt. Das ist eine unhaltbare Situation!“
Der AWO-Kreisvorsitzende Hannes Felix Grosch ergänzt: „Wir fordern, dass die Krankenhäuser – egal ob in kommunaler, privater oder kirchlicher Trägerschaft – gemeinsam einen Weg zur Verbesserung der angespannten Situation suchen. Bei Neueinstellungen von medizinischem Personal muss aus unserer Sicht die Frage berücksichtigt werden, ob der- bzw. diejenige bereit ist, Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen. Daneben muss der Gesetzgeber Schwangerschaftsabbrüche endlich aus dem Strafrecht streichen – sie lassen sich problemlos an anderer Stelle weniger stigmatisierend regeln. In diesem Kontext sollten auch alle aus öffentlichen Geldern finanzierte Kliniken unabhängig von ihrer Trägerschaft dazu verpflichtet werden, diesen für viele Frauen zeitkritischen Eingriff grundsätzlich zu ermöglichen.“
Dehnert kommentiert abschließend: „Geschieht das nicht, droht einerseits eine Aushebelung des Selbstbestimmungsrechts der Frau und andererseits eine Situation, in der medizinisch indizierte Schwangerschaftsabbrüche, die die Gesundheit der Frau schützen sollen, durch schlichtes Verschwinden qualifizierter, sicherer und legaler Möglichkeiten, Schwangerschaften abzubrechen, unmöglich werden. Sollte sich dieser Negativtrend fortsetzen, müssen sich wohlmöglich in Zukunft Frauen wieder auf den langen Weg in die Niederlande machen. Eine für uns untragbare Aussicht!“

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Mangelhafte Ärzteversorgung schränkt Selbstbestimmungsrecht von Frauen ein

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